Herbert Schirmer
Lothar Schneider

Lothar Schneider

Edda B. Fischer gehört für mich zu den bildenden Künstlerinnen unserer Zeit, die in ihrer Entwicklung nicht stehen geblieben ist, die stets bemüht ist – und das mit sichtbarem Erfolg – ihre schöpferische Fähigkeit dahingehend zu offenbaren, indem es ihr gelingt, natürliche Phänomene in eine andere Wirklichkeit umzusetzen.
Edda B. Fischer hat realisiert, dass Kunst ein freies Spiel der persönlichen Erkenntniskräfte und eine ganz persönliche Position ist, welche die Sinne der Anderen zu erreichen sucht.
Sie ist nach einem langen Weg des Suchens bei einer persönlichen Handschrift angekommen, die gleichzeitig noch weitere, neue Schaffensphasen voraussehen lässt, denn der Weg einer wachen bildenden Künstlerin ist immer ein Abwägen zwischen der Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksmittel. Er ist ein Weg von Versuch und Irrtum, von Erkenntnis und Zweifel, er ist ein sich stets verändernder.
Der „Traumprinz" und „Das Paar" scheinen der plastischen Arbeit „Gruppe" entlehnt und korrespondieren im „Abendrot" mit dem „Rosa Gesicht".
Bunt geht es in Eddas Kopf also zu – aber sie setzt die Farben sehr harmonisch – ohne die farbprallen Bilder zu überladen.
Dass Edda B. aus der Natur schöpft, will auch der „Torso" beweisen. Gefunden, erkannt und in unübersehbarer weiblicher Form, fast schamhaft in den Raum gestellt.
Zeichnungen, Übermalungen – gequetschtes und verschobenes, zerrissenes Papier – kombiniert mit der großen Vorstellungskraft der Edda B. fesseln die Blicke der Betrachter, lassen Raum für eigenes Suchen und Finden und führen den Blick über die Linie zur Fläche und jauchzen in der Farbwelt der Bilder.

Lothar Schneider – LORAS – Grafiker und Karikaturist