Herbert Schirmer
Lothar Schneider

Herbert Schirmer

In der turbulenten Bildwelt von Edda B. Fischer kommen die großen und alles bewegenden existenziellen Themen zusammen und verwandeln sich zu bildlichen Abstraktionen.
Dank ihrer vitalen Ausdruckskunst nutzt sie expressive, intensiv ins abstrakt-informelle reichende Darstellungsweisen und setzt verschiedene Kombinationstechniken von Malerei und Plastik ein. Darum tauchen im reich fließenden oder reliefartig verlaufenden Strom der Farben verschiedene Objektrealitäten auf, die sich in aktionistischen Schüben dramatisch vermengen. Gerade das Übereinanderschichten von Farben und das Einfügen anderer Materialien bewirkt, dass sich das Bildgefüge verdichtet und zu einem prall strukturierten Geflecht aus Alltag und Fiktion wird. Neben den engräumigen Kompositionen von leidenschaftlicher Farbintensität erweisen sich die der Spurensicherung ungewisser Realitäten dienenden Farbfeld-Collagen mit eingelassenen Fundstücken als geradezu eruptive Bildexzesse, die von den informellen Malstrukturen wie von einem kompositorischen Gerüst gleichermaßen getragen werden. Es scheint, dass Farben und Formen sich in den engen Formaten den Platz streitig machten, so, als würde ein Farbfeuerwerk aus Spannung und geballter Energie sich Geltung verschaffen. Unabhängig davon, ob sie auf Leinwand, Papier oder mit skurrilen Plastiken arbeitet – stets gibt es unübersehbar einen Bezug zu den gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnissen.

Herbert Schirmer – Kunstwissenschaftler
aus „Ateliers und Werkstätten im Landkreis Dahme-Spreewald"